Karriere als Top Modell nicht möglich – was nun?

Sehr viel Newcomer Modelle sind in der Situation, dass zwar viele Voraussetzungen vorhanden sind (inklusive Motivation), einzelne Aspekte aber klar nicht den Anforderungen an ein professionelles Fotomodell genügen und somit eine klassische Karriere vor der Kamera oder auf dem Laufsteg nicht möglich ist. Körpergrösse ist ein gutes Beispiel für einen solchen Stolperstein.
 
Newcomer in dieser Situation sind oft sehr empfänglich für unseriöse Dienstleistungen und Angebote, bei denen das Modell am Ende nur sein Geld verliert, aber keine relevanten Erfahrungen macht und selber nie etwas verdienen wird. Beispiele solcher Dienstleistungen sind Model Coaching, gebührenpflichtige Modellkarteien/-datenbanken, Sedcard-Fotoshootings mit grossartigen Versprechungen und Fotomodellkurse. Solche uneriösen Modelldienstleistungen sind für unerfahrene Modelle oft nur schwierig von den seriösen zu unterscheiden. Die meisten unseriösen Angebote sind auch nicht illegal. Der Verlust beträgt in den meisten Fällen oft nur ein paar hundert Franken – “das kann man ja verkraften, ist ja alles nicht so schlimm, nicht?”….
 
Viele Newcomer Modelle sind sich nicht bewusst, dass es sehr wohl Möglichkeiten gibt, selber wenn eine klassische Fotomodellkarriere nicht in Frage kommt. Hier ein paar Ideen…
 
  1. People Agenturen. In der professionellen Modellindustrie gibt es verschiedene Disziplinen. Unter anderem braucht es auch “normale” Gesichter und Körper. Dieser Bereich wird oft “People” genannt. Modellagenturen haben neben Laufsteg/Fashion auch oft einen People Bereich. Vereinzelt gibt es auch Agenturen, die sich ganz auf den People Bereich spezialisieren.
  2. Heutzutage ist eine direkte Selbstvermarktung via Instagram, Facebook, YouTube und ähnlichen Kanäle möglich. Allerdings braucht es hier viel Wissen im Umgang mit digitalen Medien und insbesondere viel gesunder Menschenverstand im Umgang mit Kontakten, die sich auf diesem Weg ergeben.
  3. Man vergisst es oft, aber es gibt offizielle Schulen für Fotografen, Modedesigner und Stylisten. Viele dieser Ausbildungsgänge beinhalten angewandte Projektarbeiten, Zwischenprüfungen, Anlässe mit Modeshows und vieles mehr. Man kann versuchen direkt den Kontakt mit Studierenden aufzunehmen oder über die Schulleitung zu gehen.
  4. Gerade im Modebereich (Kleider, Accessoires) gibt es heutzutage eine Viezahl von Klein- und Kleinstfirmen. Häufig suchen Jung-Designer zur Vermarktung ihrer Kreationen Modelle mit Charakter. Teilweise findet man Ausschreibungen auf dem Internet. Wieso also nicht direkt in einer Boutique fragen oder eine Nachricht an einen Internet-Shop absetzen?
  5. Karriere als Hobby-Modell. Wie auch bei vielen anderen Tätigkeiten im Leben, muss man nicht alles gleich zum Haupt- oder Nebenerwerb machen. Auch Modeln als “Hobby” kann viel Spass und Erfüllung bieten. Unter dem Stichwort “TfP Shooting” findet man hier in der Schweiz zum Beispiel eine lebhafte Szene, in der sich Hobby-Modelle und Hobby-Fotografen treffen und Shootings veranstalten.
  6. Jedes Modell hat heutzutage ein Telefon mit einer mehr oder weniger guten Kamera und kann Shootings selber durchführen. Wenn die Ansprüche steigen, kauft man sich eine etwas bessere Kamera und vielleicht das eine oder andere an Studioausrüstung. Die Preise für Aussrüstung sind tief und es gibt einen grossen Gebrauchtmarkt. Es gibt mehr als eine Erfolgsgeschichte, die darauf basierte, dasss eine Fotografin sich selbst Modell stand.
  7. Man “wechselt die Seite”, das heisst, man beginnt zu fotografieren oder entwickelt sich in Richtung Styling oder Makeup. Viele empfinden die Arbeit hinter der Kamera oder bei der Organisation von Shootings sowieso als befriedigender längerfristig.
 Wer weitere Ideen hat oder seine persönlichen Erfahrungen mit anderen teilen möchte, kann sich gerne bei mir melden.
 
Viel Erfolg auf eurem Weg!